Zum Hauptinhalt springen

Historie

© Copyright Beate Rosenbach

Das Wort Historie lässt Erinnerungen an den oft langweilig anmutenden Geschichtsunterricht hochkommen. Aber im Bemühen dem Ursprung unserer heutigen Collies auf den Grund zu gehen, kann man nur staunen wie spannend das Thema doch sein kann. Einmal angefangen zu recherchieren kommt man zu immer neuen spannenden Hinweisen, wie die lange Liste der Textquellen unten aufzeigt. Dank moderner Untersuchungsmethoden und vieler kluger Köpfe in der Wissenschaft, kann man heute die Entstehung vieler Rassen gut nachvollziehen. Auch wenn immer wieder neue Erkenntnisse zu neuen Theorien führen, so zieht sich die Entwicklung vom Wolf zum Hund, doch wie ein roter Faden parallel zu denen der Menschen durch die Geschichte. Belegt durch immer genauer werdende zeitliche Einordnung von Relikten, samt neuen Funden, unterstützt von unzähligen genetischen Untersuchungen und Hinweisen auf vergleichsweise wenig Durchmischung mit anderen Hundeartigen, weist vieles darauf hin, dass die Vorläufer unserer Collies sich viele Vorzüge der Nachfahren der Wölfe bewahren konnten, die auch heute noch bei unseren Collies zu finden sind.  

Um in den rauen schottischen Highlands überleben zu können bedurfte es der Erhaltung der körperlichen Fitness, Intelligenz und einer Reihe von Verhaltensweisen, die den Nachfahren der Wölfe eigen war, die die nordischen Sammler und Jäger auf ihrer nördlichen Route Richtung Westen begleiteten. So konnten sie z.B. den Typus der Hochbeinigkeit bewahren, weiter verbunden mit einem guten Schwerpunkt und Ausgewogenheit, die ihnen Wendigkeit, Trittsicherheit und nebenbei eine gewisse Eleganz verlieh. Um nicht nur im Nomadenleben, sondern auch später bei den überwiegend sesshaft gewordenen Menschen ein gewünschter Begleiter zu bleiben, in einfachen, wie schweren Zeiten, mussten sie weiter nützliche Eigenschaften vorweisen können, neben einem sozialen Miteinander, vor allem auch mit den Menschen.

Vieles spricht dafür, dass sie als Allrounder und Multitalente eingesetzt, sich ihre hohe Intelligenz und feine Sinneswahrnehmungen (Nase, Augen, Ohren, Vibrissen etc.) bewahren konnten. Das befähigte sie weiter dazu, ihre Umwelt sehr detailliert wahrzunehmen. Dazu zählt nicht nur, dass sie ihre Bewohner fein zu lesen, egal ob Mensch oder Tier, und so ihre Stimmungen und Vorhaben aufnehmen und so vorausschauend (eigenständig) handeln zu können. Sondern auch die genaue Erfassung der Umgebung und Räumlichkeiten, Details merkend und so Veränderungen früh bemerkend und bewertend und ggf. handelnd. Neben dem immer gerne alles im Blick habend und so auch „Gefahren“ präventiv meidend bzw. händelnd. Fremden gegenüber eher skeptisch, gerne freudig agil und eher anhänglich denen gegenüber, die ihnen wichtig sind. Sicherlich auch schon gewillt Aufgaben auch gerne zu übernehmen, ließ sie wohl auch damals schon einzigartige Begleiter sein. Alles Eigenschaften, die auch heute noch in unseren Collies zu finden sind, die weiter zu den Allroundern und Multitalenten zählen und sich dabei gerne in vielen Bereichen sehr motiviert und arbeitswillig zeigen können. So könnten sie beispielsweise damals eingesetzt werden, neben dem Schutz samt Vermelden, wenn sich wer näherte, der nicht „dazu“ gehörte, auch zum Schutz, Weiter- und Zusammentreiben sowie Hüten von Vieh (samt Vertreibung von Fressfeinden), dem Begleiten (Spielen, Aufpassen und Hüten) der Kinder, der Bekämpfung von Kleinnagern etc. und weiter, wo gefragt zur Jagd (Spuren lesen, Aufstöbern von Wild und ggf. (heran)treiben).

Heute weiß man, dass Verhaltenselemente bei der Jagd von Wölfen und ihren Nachfahren, v.a. die auf Huftiere, Elemente enthalten, die man weiter bei Hunden von Hirtenvölkern wiederfindet, aber vor allem auch bei den heutigen sogenannten Hütehunden, ohne die Gehüteten zu Töten (und möglichst sie auch nicht zu verletzen) . Inzwischen hat man bei ihnen sogar spezielle Gensequenzen gefunden, in unterschiedlich starker Ausbildung, auch innerhalb von Rassen, in Abhängigkeit von der Fähigkeit zum Arbeitseinsatz. Inzwischen weiß man um viele körperliche Veränderungen, die parallel in der Entwicklungsgeschichte bei Menschen wie Hunden abgelaufen ist. Bei Letzteren sicherlich variierend, je nach Rasse und Umfeld. So hat bei Menschen, wie Hunden (und ihren Vorläufern) ein zunehmender hormoneller Einfluss von Oxytocin u.a. geholfen soziale Nähe zu fördern (nebst Nachwuchs), aber auch ein mögliches Abschotten gegenüber „Anderen“, den Familienband fördernd, zusammenhaltend. Anpassungen bei Adrenalin und Noradrenalin halfen u.a. bei der Regulierung von Flucht- und Kampfverhalten. Mit dem Sesshaft werden kamen bei Menschen wie Hunden Prädispositionen für Wohlstandserkrankungen auf wie Fettleibigkeit, Diabetes etc., aber auch für bestimmte Krebsformen.  Und nicht zu vergessen die entwickelte Fähigkeit Stärke in Maßen zu verdauen durch das Enzym Amylase, was vor allem mit der späteren Entwicklung des Ackerbaus und der sich veränderten Nahrung ausbildete.

Mehr Synapsen in den Gehirnen erleichterte Lernprozesse und half Wichtiges besser im Gedächtnis zu behalten, aber auch Situationen besser bewerten zu können, Alternativstrategien zu entwickeln und damit entspannter und angemessener agieren zu können. Auch die Lautsprache hat sich bei beiden entwickelt. Während Wölfe und die Vorläufer der heutigen Menschen vergleichsweise still waren und nur wenige kehlige Laute von sich gaben, können wir inzwischen Worte von uns geben und bei den hundeartigen ist das Bellen hinzugekommen und bei manchen Rassen, wie dem Collie, eine breite Varianz an Lautäußerungen in verschiedenen Lautstärken, die auch manches Mal an Reden erinnert, bei besonders kommunikativen Exemplaren. Auch die Mimiken haben sich bei Menschen und Hunden (und ihren Vorläufern) entwickelt. Es haben sich neue spezielle Gesichtsmuskeln entwickelt, wie z.B. der Musculus retractor anguli oculi lateralis (RAOL) und medialis (LOAM), die es dem Hund ermöglichen die „inneren“ Augenbrauen hochzuziehen, so entsteht der unwiderstehliche Hundeblick, vergleichbar mit dem freundlichen, kontaktaufnehmenden Augenbrauen hochziehen der Menschen. Viele Mimik Entwicklungen sind hilfreich zur Kommunikation, nicht nur innerartlich, sondern auch zwischen Menschen und Hunden. So können Menschen kein Tier wo gut lesen, wie den Hund. Hunde, allen voran auch der Collie haben Elemente eingebaut, die innerartlich wenig Sinn machen, aber im Miteinander mit ihren Menschen schon, wie das Lächeln mit hochgezogenen Lefzen, so dass man die Zähne gut sieht. Vor allem aber auch das einzigartige freudige Strahlen, was über das vieler anderer Rassen weit hinausgeht. Bei der Gesichts Mimik haben sich sogar beim Hund neue Muskeln entwickelt, Auch den treuen Hundeblick, den Collies bei Bedarf sehr gekonnt einsetzen, ist etwas, was erst im Rahmen der Entwicklung vom Wolf zum Hund entstanden ist.

Um die Entstehungsgeschichte von Menschen und Hunde besser nachvollziehen zu können, sind nicht nur die immer genauere mögliche zeitliche Einordung von Relikten wichtig, sondern auch die Nachverfolgung von genetischen Veränderungen, die unweigerlich in der Evolutionsgeschichte überall auftreten. Komplette genetische Aufschlüsselungen zeigen, was in den verschiedenen Epochen und Regionen jeweils aktuell ist war. Gefundene Veränderungen, die im weiteren bestehen blieben, bei wenigen oder vielen Exemplaren, abhängig davon ob sie eher von Vorteil oder Nachteil waren, haben geholfen sowohl die Völkerwanderungen besser nachvollziehen zu können, als auch die parallel verlaufende Entwicklungsgeschichte vom Wolf zum Hund und Basis für die spätere Rassebildung. Besonders die Untersuchungen der vor allem von mütterlicher Seite vererbten mitochondrialen DNA (mtDNA) brachte viele neue Hinweise. Final halfen auch vergleichende genetische Untersuchungen vor allem rund um MDR1 und CEA, Rassen, wie den Collie eindeutig der sogenannte Britischen Hütehunde Clade (UK Rural Clade) zuzuordnen.

Hunde, so auch die Vorläufer der Hütehunde Clade wurden einst weniger nach Aussehen, sondern vorrangig nach ihren Aufgaben, sprich Einsatzqualitäten zur Nachzucht gebracht. So bildeten sich schon erste regionale Varianten. Es gab bereits einzelne vergleichende Wettbewerbe seit dem 18. Jahrhundert. In dieser Zeit scheint auch der MDR1 Defekt Einzug gehalten zu haben, wohl aufgetreten bei einem einzelnen Tier noch vor den Rassebildungen und dann weiterverbreitet, vor allem bei Collies und auch zu finden beim Old English Sheepdog, aber auch in Importen nach Übersee, aus denen später weitere Rassen entstanden und nicht zu vergessen in vielen weiteren Rassen, in die die ursprünglich betroffenen eingekreuzt wurden. 1859 fand dann in Birmingham eine erste Hundeausstellung statt, mit ersten Unterteilungen nach Aussehen. Dies läutete die Ära der Rassehundezucht ein. Nachfolgend begann man die Hunde noch weiter zu unterteilen und erstmals in sogenannten Rasseregistern zu listen. Sie wurden zu geschlossenen Zuchtbüchern, mit der Auflage, dass nur noch die unter der Rasse gelisteten Hunde zur Zucht herangezogen werden sollten. Hier gab es den ersten engen genetischen Flaschenhals im Rahmen der Hundezucht. So beruhen viele der heutigen Rassen auf ursprünglich nur vergleichsweise wenigen Hunden. Schon damals gab es einen Hype um einzelne dieser Exemplare, die als besonders begehrenswert erkoren wurden und dann leider zum Teil exzessiv zur Zucht eingesetzt wurden, Inzuchtfolgen ignorierend. Dies festigte zwar den erwünschten Typus vom Aussehen her, führte aber auch dazu das weniger ähnliche Exemplare kaum oder gar nicht eingesetzt wurden, so dass der Flaschenhals nochmal verengt wurde und die genetische Vielfalt weiter einschränkte. Auf der anderen Seite verhalf die Rassebildung auch dem Erhalt vieler Hütehunde Rassen, die immer weniger als Arbeitshunde eingesetzt wurden im Rahmen der zunehmenden Industrialisierung.

Der Weg der Rassehundebildung bei den Hütehunden Großbritanniens (und Irlands), bereits 1997 schematisch gut dargestellt von Linda Rorem, zeigt auf, dass sich die Collies, belegt u.a. durch den MDR1 Defekt, (schon früh) eigenständig abspalteten aus dem großen Pool der Vorläufer der Hütehunde. Vieles deutet darauf hin, dass ihre lange abgeschiedene Lebensweise in den heutigen Schottischen Highlands ursächlich war, die ihnen dazu verhalf nicht nur den körperlichen Typus zu bewahren, sondern auch so viele positive Eigenschaften, die einst die nordischen Jäger und Sammler mit ihren Hunden mitbrachten. Beginnend mit den Vertreibungen und Versprengungen um 1800 und der Landflucht im Rahmen der Industrialisierung gelangten auch in größerer Zahl Hütehund Varietäten aus den schottischen Highlands in die Low Lands und ins Ausland bis hin nach Übersee. Aber bis dahin blieben sie, bis zuletzt, auch weitgehend unberührt von den Durchmischungen mit mitgebrachten kontinentalen Hunden im Rahmen von Völkerwanderungen, Kriege und Handel, aber auch von weiteren Spezialsierungen, je nach Anforderung. Denn bei beidem blieben einige Eigenschaften sicherlich auf der Strecke (z.B. der bequeme, gelangweilte, eher dekorative anmutende Haushund) und andere Eigenschaften wurden weiter herausgezüchtet, z.T. zur exzessiven Ausübung (z.B. beim späteren Border Collies zum Schafe Hüten) usw..

Es gibt sehr widersprüchliche Aussagen, wenn es um das Thema Viehhaltung in den Schottischen Highlands geht, vor den Highland Clearances. Heute schreiben sich viele namhafte Rinder- und einige Schafsrassen auf die Fahne, dass sie besonders robust sind, weil sie der rauen Bergwelt der Schottischen Highlands entstammen. Forscht man näher nach, dann kommen sie in der Regel aus den flacheren Low Lands oder den Küstenregionen oder vorgelagerten Inseln. Einige beschreiben die Berge als völlig ungeeignet für Schafe und Rinder, wegen zu wenig Futter und zu harten Wintern. Schafe würden nur an die feineren und weicheren Pflanzen gelangen können, wenn Rinder vorher die härteren, größeren abgeweidet hätten, darum werden auch heute beide oft in Kombi gehalten. Andere berichten, dass Schafe vielleicht noch, aber Rinder auf keinen Fall den Winter überlebt hätten. Erstere ließen sich vielleicht noch im Zweifelsfalle platzmäßig einfacher geschützt unterbringen, wenn es mal ganz arg war. Auf der anderen Seite heißt es auch dass die Leute als Selbstversorger lebten, oft mit entsprechendem Viehbestand. Leider war es damals üblich Wissen mündlich weiterzugeben und mit der Versprengung der Leute ist dieses überwiegend leider verloren gegangen. Aufzeichnungen (Schriften, Bilder) von Besuchern der Highlands lassen darauf schließen, dass es doch wohl beides gab. Aber sicher nachvollziehen kann man auch nicht, ob es wirklich die bergigen Highlands waren oder eher die Ausläufer in die Low Lands oder Küstenregionen. Vielfach liest man auch, dass Schafe erst in der Bronzezeit mit der Völkerwanderung nach England kamen. Genomanalysen sprechen dafür, dass bereits bei der frühen neolithischen Völkerwanderung Schafe dabei waren. Aber ob sie es wirklich bis in die Schottischen Highlands geschafft haben ist fraglich. Andere berichten von mitgebrachten Schafen aus Regionen Islands und Skandinaviens, aber auch da ist es sehr fraglich, in wie weit sie es bis in die Bergregionen der Schottischen Highlands geschafft haben, wenn es kaum mal Menschen geschafft haben.

So bleibt diese Zeit weiter mit einem großen Fragezeichen versehen, in wie weit es dort tatsächlich Vieh zum Hüten gab. Und dort wo man meint es könnte etwas durchgesickert sein, heißt es vorwiegend, dass sich die Schafe völlig frei in der Landschaft bewegen konnten (und eben nicht gehütet wurden), sondern nur zu bestimmten Anlässen zusammengetrieben und ggf. separiert wurden, z.B. nach Alter/Geschlecht und von denen anderer Eigner. Neben der rauen Natur gab es kaum natürliche Feinde, mal von Menschen und vielleicht noch Füchsen, die den Lämmern gefährlich werden konnten abgesehen. Aber natürlich könnte es gut sein, dass die Hunde dafür sorgten, dass sich Vieh nicht übermäßig weit von den Behausungen entfernte und dass solchen, die in Not gerieten, geholfen werden konnten. So oder so bringt die gesamte Hütehunde Clade Verhaltenselemente des Hütens und Treibens mit sich und das müssen sie sich irgendwann angeeignet haben. Manche sehen die Kurzhaar Collies vom allem im Einsatz beim Treiben von Vieh, wie vor allem Rinder und die langhaarigeren Collies eher an Schafen. Die sogenannten Schäfer scheinen aber erst mit den Schafen aus den Low Lands Einzug gehalten zu haben.

Alles in allem scheint die Vorstellung von ausschließlich Schafe hütenden Collies nicht mehr so ganz zeitgemäß. Denn Schafe fand man vorwiegend in den milderen Low Lands mit den saftigen Wiesenlandschaften. Und hier brachte es die Zeit mit sich, dass sich hier spezialisierte Varianten und Rassen bildeten, wie beispielsweise der Border Collie. Das heißt nicht, dass ein Collie nicht hüten (oder treiben) kann, aber sicherlich mehr als eine Aufgabe von vielen und kaum exzessiv betrieben. Dass sie es trotzdem im Blut haben, zeigt sich in der Freude daran, die so mancher Collie hat, der die Gelegenheit dazu bekommt. Alles in allem bleibt der Collie, so wie wir ihn kennen, ein Allrounder, vielfach auch ein Multitalent, der sich für viele Aktivitäten begeistern lässt, aber sicherlich auch seine Momente als Couch Potato genießt, wenn er die Ruhe dazu zu schätzen gelernt hat und ausgelastet ist. Nicht umsonst wurde er und seine Vorfahren in viele weitere Rassen eingekreuzt.

Patrizia und Penny (1967)

Vielen Dank Claudia und Massimiliano für diese tolle Foto! Penny dürfte einer der ersten Collies sein, die nach Europa, genauer gesagt nach Italien, von Amerika aus importiert wurden und dann sogar ein Weißer! Er gehörte einst Claudias Onkel, der in Amerika bei der Marine gedient hat und ihn von dort mitbrachte.

MEHR INFORMATIONEN

www.canesereno.it

Der nachfolgende Text wird grade nochmal überarbeitet, das Ergebnis folgt in Kürze:

1840 wurde der Englische Collie Club gegründet. 1859 fand in Birmingham die erste Hundeausstellung statt. Aufgrund ihres Aussehens und Charakters erfreute sich der Collie schon früh zunehmender Beliebtheit auch bei den Großgrundbesitzern, dem Adel und sogar Queen Victoria. Sie entwickelte mit den Jahren eine besondere Vorliebe für den auch heute noch seltenen Weißen Collie. In der Zucht wurde der Faktor Schönheit ein zunehmend wichtiges Auswahlkriterium. Der 1871 ausgestellte "Old Cockie" gilt ebenso wie "Metchley Wonder" und sein Sohn "Christopher" als die Stammväter der heutigen Collies.

Um 1880 betraten die ersten Collies den Amerikanischen Kontinent. 1886 wurde der Collie Club of America gegründet, als zweiter Verein, unter dem 1884 gegründeten Dachverband American Kennel Club (AKC). Die beliebte Rasse gewann weiter stark an Popularität durch die berühmten Colliebücher von Albert Payson Terhune. Seine besondere Ausdrucksweise war wohl der Grund dafür, dass es bis heute leider keine deutsche Übersetzungen gibt. Seine ehemalige Sommerresidenz "Sunnybank" ist heute eine beliebte Pilgerstätte namens "Terhune Memorial Park" für Collieliebhaber aus der ganzen Welt.

Um 1943 startete der "Lassieboom" mit dem berühmten Film "Lassie come home" (in Deutschland: "Heimweh"), mit der damals erst zehnjährigen Elisabeth Taylor. Danach folgten verschiedene Fernsehserien und Spielfilme. Der Collie hat so Fans auf der ganzen Welt gewonnen. Leider wurde er dadurch auch für einige Jahre zum Modehund. Während er zumindest in Europa heute eher selten ist.

Beim in Europa verbliebenen "Britischen Collie" setzten sich in den darauffolgenden Jahren neue Trends durch, was sein Aussehen stark veränderte. Die Augen wurden kleiner und schmäler und die Köpfe schlanker und kürzer gezüchtet, sowie das Fell sehr viel üppiger. Man verzichtet auch zunehmend auf die schönen weißen Abzeichen, wie ausgeprägte weiße Halskrausen, weiße Strümpfe etc.. Erlaubt sind auch nur die Fellfarben Zobel, Tricolor und Blue Merle.

Beim "Amerikanischen Collie" dagegen legt man sehr viel Wert auf großrahmige Tiere mit kräftigem Knochenbau, schwungvollen Gängen, einem weiterhin schönen keilförmigen Kopf mit ausdrucksstarken Augen und seinen ausgeglichenen Charakter und tollem Wesen. Die weißen Abzeichen sind nach wie vor sehr beliebt. Auch die Farbenvielfalt ist beim Amerikanischen Collie viel größer, so gibt es noch den Sable Merle und die Weißen Collies, mit all ihren unterschiedlichen Farbvarianten.

Der Verein "Amerikanische Collies Europa" hat es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese in Europa seltenen Amerikanischen Linien, mit all ihren ansprechenden Eigenschaften zu erhalten und zu fördern, durch Zucht nach dem "Original Rassestandard gemäß den Richtlinien des AKC (American Kennel Club)". Aber nicht nur auf Charakter und Aussehen legen wir sehr viel Wert, sondern auch auf Gesundheitswerte. Dabei arbeiten wir mit "Speziellen Zuchtlenkprogrammen".

Beate Rosenbach

Besucher auf dieser Seite